Im Verbund mit

Brexit

Nach den Abstimmungen in dieser Woche im britischen Parlament, gibt es leider noch immer keine klare Einschätzung zum bevorstehenden Brexit. Wir müssen heute davon ausgehen, dass ein harter Brexit wahrscheinlich ist, ob nun zum 28. März 2019 oder auch evtl. zu einem späteren Zeitpunkt.
Die Wiedereinführung von Zöllen, Kontrollen an den Grenzen sowie unterschiedliche Normen und Handelseinschränkungen, die mit dem Brexit einhergehen, werden Konsequenzen für das Transportwesen und den Logistiksektor haben.

Wir erwarten Veränderungen
- bei der Zollabwicklung
- möglicherweise längere Transit Zeiten
- Verknappung der Ladekapazitäten
- Angepasste Tarife

Bei einem „No-Brexit-Deal“ ist mit wesentlichen Mehraufwendungen zu rechnen. Die ungeklärten gesetzlichen Zollformalitäten werden zu Verzögerungen der Prozesse führen. Wir rechnen mit erheblichen Standzeiten für die Lkws durch lange Zollabfertigungszeiten, dadurch mit massiven Laufzeitverzögerungen und Staus beim Übergang ins Vereinigte Königreich oder Nord Irland.

Einführung von Zöllen:
Mit dem Wegfall des freien Warenverkehrs dürfen deutsche Logistikunternehmen ihre Güter nicht mehr einfach ins Vereinigte Königreich liefern – und umgekehrt ebenso wenig.
Die Handelsbeziehungen fallen auf das Niveau der WTO zurück.
Das heißt, Unternehmen müssen mit Zollformalitäten (Beschränkungen, Ursprungsregeln, Zollkontrollen, etc.) rechnen. Zölle, Kontrollen und dadurch entstehende Verzögerungen durch lange Abfertigungszeiten an den Grenzen werden zu Kostensteigerungen für die Unternehmen führen. Neben höheren Kosten und mehr bürokratischem Aufwand entsteht durch den Brexit auch Handlungsbedarf bei zahlreichen gesetzlichen Regelungen, die zurzeit EU-Recht sind, wie z. B. Arbeitszeitrichtlinien, Emissionsgesetzgebungen, Berufsqualifikationen oder Produktzertifizierungen.

Die britische Regierung hat den Zolltarif (WTO-Schedule) veröffentlicht, der nach dem Brexit für die Einfuhr von Waren aus Drittstaaten in das Vereinigte Königreich gelten soll. Der Zolltarif entspricht weitgehend dem EU-Zolltarif.
Ab wann der britische Zolltarif angewendet wird, hängt vom Ausgang der Brexit-Verhandlungen ab:

Kommt es doch noch zu einer Einigung zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich über ein Austrittsabkommen, wird es eine Übergangsphase bis zum 31. Dezember 2020 geben. Während dieser Zeit behält der EU-Zolltarif für das Vereinigte Königreich seine Gültigkeit.

Tritt das Vereinigte Königreich am 29. März 2019 ohne Abkommen aus, gilt der britische Zolltarif ab 30. März 2019. Bei einem Austritt ohne Abkommen gäbe es weder eine Übergangsphase noch ein Freihandelsabkommen mit der EU, sodass auch Waren aus der EU bei der Einfuhr im Vereinigten Königreich Drittlands Zöllen unterlägen.

Güterkraftverkehr:
Die EU-Kommission hat eine Maßnahme vorgeschlagen, um grundlegende Verkehrsverbindungen aufrecht zu halten. Güterkraftverkehrsunternehmen aus dem Vereinigten Königreich würde es vorübergehend gestattet, Waren in die Union zu befördern, sofern das Vereinigte Königreich Spediteuren aus der EU gleichwertige Rechte zugesteht und die Voraussetzungen für einen fairen Wettbewerb gewahrt bleiben.
Bei einem harten Brexit wird Kabotage von Güterkraftverkehrsunternehmen aus dem Vereinigten Königreich in der EU nicht mehr möglich sein.
Es liegt zum Zeitpunkt noch keine Zusage und Sicherheit über die Maßnahme.
Wird die Maßnahme nicht gesetzt, kommt es zu einem internationalen System mit begrenzten Kontingenten.

Lebert-Noerpel hat sich auf einen harten Brexit vorbereitet, auch wenn vieles für alle Beteiligten aufgrund der unklaren politischen Lage ungeklärt bleibt.
Wenn Sie bereits mit unserem Unternehmen in Zollrelationen versenden, sind Ihnen unsere Prozesse und Zollexpertise bekannt.
Wenn Sie bislang keine Erfahrung mit dem Versand in Drittländer haben, stellen wir Ihnen eine Information über die notwendigen Vorkehrungen zur Verfügung.
Sowohl für die Export- und Importzollabwicklung haben wir uns in Zusammenarbeit mit unsere Kooperationen in Großbritannien vorbereitet.
Wir leiten alle notwendigen Maßnahmen ein, um Sie bei Ihrem Versand nach Großbritannien zu unterstützen. Jedoch sind wir gezwungen, uns vorbehalten, die mit Ihnen vereinbarten Konditionen nach Großbritannien und Nord-Irland sowie die Laufzeitzusagen auszusetzen, wenn gravierende, heute nicht abschätzbare Änderungen eintreten.
Im Download Bereich auf unserer Homepage haben wir Ihnen, zur Information, eine Checkliste mit wichtigen Informationen bzgl. einer Zollabwicklung zusammengestellt.
Bei Rückfragen steht Ihnen unsere Vertriebsabteilung jederzeit gerne zur Verfügung.

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